Dungeons and Dragons & Das Schwarze Auge in Ulm
 
[22.02.21] Session 21 – Das Finale des weißen Drachen

[22.02.21] Session 21 – Das Finale des weißen Drachen

°15. Mirtul°

Während ihrer Rast, besprach die Gruppe noch einmal, was sie über weiße Drachen wussten. Norixius behauptete, dass die weißen unter den Drachen ausgezeichnete Jäger sind und ihre Beute einfrieren, bevor sie sich daran sattfressen. Nachdem sie über ihr weiteres Vorgehen diskutiert hatten, gingen sie weiter und überquerten die Steinbrücke, welche zur Hauptfestung führte.

Der südliche Teil der Festung war zerstört, was dem eiskalten Wind die Freiheit gab, über die Wehrmauern hinweg ins Innere zu wehen. Sie fanden mehrere von Zwergen erbaute Räume, darunter einen Speisesaal und enge Gänge. Der Boden war von Knochen gesäumt, sowohl von Zwergen als auch von Orks. Die Vermutung lag nahe, dass hier ein erbitterter Kampf vor vielen Jahren stattgefunden hatte, wobei sich beide Völker bekriegten. Es sah so aus, dass die Orks die Festung einst überfielen, denn das große Eingangstor zur Hauptfestung war stark beschädigt und zertrümmert. In der ehemaligen Küche fanden sie ein Zwergenskelett, was darauf schließen ließ, dass der Zwerg sich mit den Vorräten der Speisekammer davonstehlen wollte, es aber nicht geschafft hatte. In der Waffenkammer nahm sich Norixius einen der sechseckigen Zwergenschilde mit dem Symbol des Klans, um seinen Verlust zu ersetzen.

Die Gruppe erforschte einen kleinen Versammlungsraum mit einem langen Steintisch in der Mitte. Auf dem Stuhl am Kopfende saß ein verrottetes Zwergenskelett, aus dessen Griff ein Silberkelch auf den Boden gefallen war. Die Skelette um ihn herum saßen ebenfalls am Tisch, als hätten sie hier einfach auf ihren Tot gewartet. War womöglich Gift im Spiel, was die Zwerge getrunken hatten, um ihr Wissen vor dem Orkstamm zu schützen?

Nach dem Raum entdeckten die Helden ein klaffendes Loch in den Festungsmauern, wodurch sie ins neblige Tal blicken konnten. Schnee war hier herein geweht und bedeckte eine Spur der Zerstörung, die sich über eine Wendeltreppe hinauf auf das Dach der Festung durchzog. Ohne Zweifel gelang es dem Drachen hier in die Festung einzudringen, als er sich diesen Ort zu eigen machte. Sie folgten der Spur vorsichtig nach oben und erreichten ein kleines Wachhaus an der Spitze. Eine Tür führte hinaus auf das Dach. Sie wussten, was sie dort erwarten würde. Einem Drachen in seinem Hort gegenüberzutreten war keine einfache Aufgabe.

Drachen sind intelligente Wesen und so hatte die Gruppe nicht damit gerechnet, dass der Drache sie schon längst kommen hörte. Sie brachen aus der Türe heraus und stellten sich dem weißen Ungetüm, was sich vor ihnen aufbäumte und mit seinen Eisblauen Augen musterte. Die Zeit der vielen Worte war längst vorüber und so schoss Iro einen Pfeil. Der Drache brüllte auf und sein Schrei war über die ganzen Gipfel hinweg zu hören, Iros Pfeil brach an den harten Schuppen des Drachen ab. Als sich der Brustkorb des Drachen mit seinem eisigen Atem füllte, suchten Rikuhu und Balrun das Weite. Ein Sturm aus Eis brach über Uthal, Norixius und Iro herein, der Iro bewusstlos zu Boden gingen ließ. Kurz darauf entstand eine Sphäre aus dichtem Nebel um sie herum, die ihnen noch mehr Kälteschaden zufügte und den gesamten Bereich verschleierte. Norixius und Uthal atmeten schwer durch ihre frostigen Lungen und konnten kaum etwas im Nebel erkennen. Durch die göttliche Heilung von Norixius, kam Iro wieder zu Bewusstsein und war knapp dem Tod entgangen. Währenddessen versuchten Balrun und Rikuhu Abstand zu gewinnen. Balrun schoss mehrere Pfeile auf den Drachen, die sich zwischen seine Schuppen hineinbohrten, während Rikuhu auf die magischen Feuersäulen aufmerksam wurde. Auf zwei steinernen Säulen brannten blaue Flammen in großen Bronzeschalen. Es sah so aus, als würden die Feuer die magische Nebelsphäre mit arkaner Magie speisen. Uthal und Norixius kämpften sich durch den Nebel und stellten sich dem Drachen. Beide versuchten ihm schwere Wunden an seinem Unterleib zuzufügen, was ihnen auch gelang, aber den Drachen noch rasender machte. Er biss nach ihnen und die scharfen Zähne bohrten sich mühelos durch die Rüstungen der beiden Nahkämpfer. Mit seinen Klauen zerriss er ihre Kleidung und hinterließ tiefe, blutende Wunden, bevor er sich in die Luft erhob. Uthal und Norixius taumelten zurück, nachdem die schweren Schwingen des Drachen den Schnee um sie aufwirbelten. Zur gleichen Zeit hatte Rikuhu eine der blauen Flammen mit einem Windstoß gelöscht und beobachtete, wie die Nebelsphäre schwächer wurde. Dem Drachen entging nichts. Er ließ die magische Sphäre weiterziehen, um Balrun die Sicht als Bogenschütze zu erschweren und traf dabei noch Iro mit der eisigen Kälte. Der Fokus des Drachen lag jetzt auf Rikuhu, als er sich im Sturzflug auf sie zu bewegte. Rikuhu löschte geschwind die zweite Flamme und der Nebel löste sich darauf auf, was Iro und Balrun klare Sicht auf den Drachen am Himmel bescherte. Ein Pfeilhagel der beiden prasselte auf den Drachen nieder und er sah inzwischen stark geschwächt aus. Es waren nur noch wenige Augenblicke, dann würde er Rikuhu in seinen eisigen Drachenatem einhüllen, was sie höchstwahrscheinlich nicht überleben würde. Sie schätzte die Situation ab und wirkte einen Schlafzauber auf den Drachen. Alle wurden Zeuge davon, wie der Drache am Himmel die Kontrolle über sein Bewusstsein verlor, das Flügelschlagen abrupt aufhörte und er mit rasender Geschwindigkeit auf das Dach der Festung zustürzte. Der ohrenbetäubende Aufprall des Drachenkörpers zerschmetterte das Dach und hinterließ eine Schneide der Verwüstung. Dampf und Schneestaub stoben auf und verhüllten den Drachen, bis sich alles wieder legte. Vor ihnen lag ein gefallener Drache.

Die Helden waren erschöpft und ließen ermüdet ihre Waffen fallen. Die letzten Minuten mussten erst einmal verarbeitet werden. So langsam kam Freude über den errungenen Sieg auf. Sie trennten dem Drachen einige Schuppen vom Körper ab und widmeten sich dem vereisten Hort. Als Rikuhu das Eis schmelzen ließ, strahlte ihnen ein Berg aus Gold ins Gesicht. Der Drache hatte auch die ein oder anderen magischen Gegenstände erbeutet und hier bewacht.

°19. Mirtul°

Die nächsten Tage vergingen relativ schnell und die Gruppe machte sich auf den Weg zurück ins Dreieber-Tal und nach Phandalin. Sie statteten Yurk und den Mykoniden noch einen kurzen Besuch ab, bevor sie dann endlich die eisige Berglandschaft hinter sich ließen und das beschauliche Dorf erreichten. Sie wurden als Helden und Drachentöter gefeiert und es gab ein Fest im örtlichen Gasthaus. Sie gaben ihre Abenteuer und Geschichten zum Besten, während alle aufmerksam lauschten und fragen stellten. Auch Sildar Hallwinter war dabei und natürlich blieb ihre versprochene Belohnung nicht aus.

Die Geschichte um den Drachen der Eisspitze hatte hier ihr Ende genommen.