Dungeons and Dragons & Das Schwarze Auge in Ulm
 
[10.11.20] Session 1 – Der Drache der Eisspitze

[10.11.20] Session 1 – Der Drache der Eisspitze

Die Klaue der Stürme hält die Schwertküste in den Vergessenen Reichen fest im Griff. Wir schreiben den 21. Tarsahk 1491 TZ. Die Sommersflut des Frühlings lässt ihre ersten Sonnenstrahlen über die Länder hereinbrechen und schenkt den guten Geschöpfen dieser Welt wieder einen Keim von Hoffnung in diesen schweren Zeiten. Das Vermächtnis von Bhaal wirft nun schon seit mehreren Jahren seinen dunklen Schatten über die natürliche Ordnung und lässt alle Neugeborene zu Hohlgeborenen werden. Dennoch geben die Gestandenen der Schwertküste nicht auf das Beste in dieser Welt zu suchen und sie arbeiten hart daran, das Leben lebenswert zu machen. So ergeht es auch dem kleinen Bergbaustädtchen Phandalin, welches sich gerade aus den Ruinen längst vergessenen Zeit neu aufbaut und so langsam gedeiht. Seit die Siedlung durch das Eingreifen von mutigen Abenteurern in den Rat der Grafen aufgenommen wurde, floriert das Städtchen und die Bewohner beginnen, das Positive in diesem gefährlichen Landstrich zu sehen.

Doch die guten Zeiten drohen zu bröckeln, denn ein eisiger Wind zieht über das Dreiebertal hinweg. Etwas scheint die Ordnung hier umzuwerfen und neue Bedrohungen durch den Sturm heranzutragen. Neue Helden werden verlangt, um dem frostigen Schatten Einhalt zu gebieten, der sich von den Gipfeln der Schwertberge über das Tal legt.

°21. Tarsahk°

Im Schatten des Eiszapfen-Gipfels

An diesem kühlen und nebligen Frühlingstag hatten sich knapp 50 Siedler auf dem Dorfplatz von Phandalin versammelt. Die Traube von Menschen, Elfen, Zwergen und Halblingen scharte sich um Lord Sildar Hallwinter, dem neuen Bürgermeister, der gerade auf einer Kiste stehend mit besorgtem Unterton zu den Bewohnern sprach. Die erste Kunde von einer Drachensichtung in den Wolken nahe des Städtchens erreichte die Zuschauer und alle waren in Aufruhr. Lord Hallwinter sprach eine eindeutige Warnung aus und verlangte helfende Hände, die dem hier regierenden Rat der Grafen unter die Arme greifen könne, sodass weitere Vorbereitungen und Verteidigungen getroffen werden können.

So fanden sich die zwei Gruppen Uthal und Rikuhu, sowie Carneiros und Balrun zusammen, um dem Dorf zu helfen und eine neue Gefährtengruppe zu schließen. Alle waren von weit her gereist und unter ihren eigenen Absichten hierhergekommen, welche sich bestimmt schon bald heraus stellen würden. Die Helden machten sich zum Rathaus auf, um eine Audienz bei Lord Hallwinter zu bekommen. Dort erfuhren sie noch mehr von der misslichen Lage, in der Phandalin zu stecken schien. Nur sehr wenige Wachen aus Waterdeep waren hier stationiert und bewaffnet. Bis Hilfe vom Rat der Grafen oder den Städten kommen würde, könnte es mehrere Zehntage dauern. Sildar trug ihnen auf, die umliegenden Leute vor dem Drachen zu warnen und sie zu überzeugen nach Phandalin zu kommen. Darunter die lokale Hebamme Adabra Gwynn, welche südlich von hier in den nahen Hügeln in ihrer Windmühle lebte. Ebenso die beiden Zwerge Norbus und Dazlyn, welche wichtige Geschäftspartner aus Leilon für den Bergbau Felssucher geworden waren. Sie leiteten eine Ausgrabungsstätte in einer Schlucht, nahe der Ausläufer der Schwertberge.

Vor es los ging, rüsteten sich die Helden beim Löwnschild-Händler mit Waffen und Rüstungen aus. Die Besitzerin Linene Grauwind des Handelkontors hatte viel zu tun, denn die Lieferungen von Dreieber bereiteten ihr immer noch kummer. Seit zwei Zehntagen kam keine Karawane mehr an und sie hatte von marodierenden Orkbanden entlang des Dreieber-Pfades gehört.

Im Gasthaus Zu den Drei Brüdern gab es für die Helden noch den ein oder anderen wichtigen Hinweis von den Bewohnern. Der Onkel von der Halblingsfrau Quelline Erlenblatt hatte den Drachen persönlich gesichtet und beschrieb ihn als unsichtbaren Jäger in den Wolken mit seinen weißen Schuppen. Ebenso berichtete der Wirt Toblen Steinhügel von dem ehemaligen Bürgermeister Harbin Wester, der Phandalin in einer Nacht plötzlich verlassen hatte. Im Allgemeinen waren die Bewohner froh darüber und sahen Lord Hallwinter als kompetenteren Bürgermeister an, weswegen sich niemand darum scherte.

Das Ungetüm aus den Bergen

Die Helden machten sich zu Adabra auf und es dauerte nur eine knappe Stunde, als sie den Schirmhügel erreichten und das Biest sahen. Ein mit Lederschwingen besetztes Ungetüm und einem Löwenkörper hing am oberen Stockwerk der Windmühle und zersplitterte das Halz und die Wände mit seinen krallenbesetzten Pranken. Ein Mantikor, wie Rikuhu bemerkte. Der Mantikor schlug mit seinem Stachelschwanz auf die Windmühle ein und drohte sie zum Einsturz zu bringen, bis er die Helden in der Ferne bemerkte. Er brüllte in der Gemeinsprache seine Todesdrohungen und flog im Sturzflug über die Hügel hinweg, sodass der Wind über die Gräser brauste. Die Helden unterschätzten die Kraft des Mantikors und erlagen dem Stachelschwanz und den Krallen. Zum Glück hielt sie Rikuhu mit Heilzaubern auf den Beinen. Balrun und Carneiros hielten den Mantikor mit Bogen und Speer in Schach. Uthal verfiel schlussendlich in einen Kampfrausch und schnitt mit seiner Großaxt eine klaffende, blutende Wunde in den Unterleib des Mantikors. Das Ungetüm war besiegt und Rikuhu verlieh ihm die Letzte Ruhe, indem sie Bergblumen um ihn wachsen ließ.

Adabra Gwynn war froh um ihre Rettung und versorgte die Helden mit Verbänden und Heiltränken. Nach einigen einschlagenden Argumenten konnte die freundliche, aber sturköpfige Frau dazu überredet werden, ihre Mühle aufzugeben und für kurze Zeit nach Phandalin zu ziehen. Zusammen tauschten sie die aktuellsten Neuigkeiten über den Drachen und die Lage im Städtchen aus. Nach einer warmen Mahlzeit, war es der richtige Zeitpunkt bei Sonnenuntergang, sich im oberen Gästebereich auszuruhen.