Dungeons and Dragons & Das Schwarze Auge in Ulm
 
[20.08.21] Session 40 – Freunde verloren, Freunde gewonnen

[20.08.21] Session 40 – Freunde verloren, Freunde gewonnen

°23. Flammenherrschaft – 1. Eleasis°

Als der Staub sich legte, erblickte die Gruppe einen gigantischen Trümmerhaufen, der einst der Tempel des Orakels gewesen war. Stille erfüllte die Luft, ein Moment der Erleichterung es lebend ans Tageslicht geschafft zu haben, aber auch ein Moment der Trauer um Harshnag zu gedenken. Nur wenige Worte erfüllten die kalte Luft der Bergspitze. Norixius sprach ein leises Gebet aus, doch es war keine Zeit zu verlieren. Ein eisiger Wind erfasste sie und zwang die Helden den Berggipfel zu verlassen. Norixius bahnte allen voran einen Weg durch den tiefen Schnee bis sie schlussendlich die Höhle erreichten, in welche sie nicht vor allzu langer Zeit Schutz mit ihrem gefallenen Kameraden gesucht hatten. Es wurde sehr schnell dunkel, so entfachte Iro Öl in kleinen Pfannen, um wenigstens ein wenig Licht und Wärme in die kalte steinerne Höhle zu bringen. Balrun öffnete seinen Trickbeutel, in der Hoffnung ein Wesen herbei zu bringen, welches ihm zumindest ein wenig Wärme spendet. Und tatsächlich, als der Beutel sich öffnete sprang eine riesige Ratte hervor. Zugleich erfüllte ein ohrenbetäubender Schrei die Höhle, Rikuhu hatte anscheinend noch nie eine Ratte dieser Größe gesehen und kauerte sich vor Ekel und Entsetzten hinter einen nahegelegenen Felsen. Balrun zog ein leichtes Lächeln auf und kuschelte sich unbeirrt an seinen übergroßen Nager. Die Feuer der Pfannen loderten und erfüllten nur einen kleinen Teil der Höhle mit Licht und noch einen viel kleineren davon mit Wärme. Während seiner Wache bemerkte Iro wie der Höhleneingang allmählich von dem zunehmend starken Wind zugschneit wurde, doch die Kälte zehrte zu sehr an seinen Muskeln zehrte, als dass er Maßnahmen hätte ergreifen können um dies zu verhindern. 

Nach einer kalten Nacht in der steinigen Höhle verschwand die Riesenratte und Balrun schlug mit einem unsanften Schlag auf dem harten Boden auf. Rikuhu öffnete ihre Augen doch es war Schwarz wie die Nacht. Als sie ihren Kopf erhob, realisierte sie, dass es nur der Schweif ihres Tressym war, welcher es sich über Nacht auf ihrem Kopf gemütlich gemacht hatte, der ihr die Sicht versperrte. Gemeinsam machte sich die Gruppe an die Arbeit, sich einen Weg aus der Höhle zu schaffen. Nach zwei Stunden schweren Schuftens erblickte die Gruppe Sonnenstrahlen. Der Schneesturm war vorbei und trotz der Sonnenstrahlen war es bitterkalt auf dem schneebedeckten Berg. Der Weg verschlug die Vier nach Mirabar, der wohl reichsten Stadt im Norden der Schwertküste. Nach fünf Tagen Reise zum Fuße des Berges erspähten sie einen verlassenen Wachturm, welcher, dem Rauch welcher daraus Empor stieg, nach zu urteilen als Lager genutzt wurde. Behutsam schlich sich die Gruppe um die Ruine, bis sie schlussendlich ein Blick in das Innere werfen konnte. Im Schein eines kleinen Lagerfeuers zeigte sich das kräftige Gesicht eines stattlich gebauten Goliaths. „Utahl!!!“ Rikuhus Schrei war kaum zu überhören, dennoch schien der Muskelprotz überrascht von der kleinen Wassergenasi, welche sich mit aller Kraft an ihn warf. Ein kurzer Austausch der bisherigen Geschehnisse führte zum Schluss sich gemeinsam in die nächst gelegen Taverne zu begeben und dort eine anständige Mahlzeit und ein warmes Bad ein zu nehmen.

°2. Eleasis°

Angekommen in Mirabar offenbarte sich das „Kelch und Juwel“ als die größte und meist besuchte Taverne. Als sie die Tür öffneten erblickten sie raschen Trubel, nur noch wenige Tische waren frei und durch das Geräusch unzähliger betrunkener Gäste entstand ein fast unangenehmer Geräuschpegel. Nach kurzem Umsehen erspähten sie einen leeren Tisch welcher allen genügend Platz bot. Kurzer Hand setzten sie sich, Rikuhu schnappte sich die leeren Krüge welche von der Bedienung noch nicht abgeräumt wurden und stellte sie bei Seite, ungeachtet dessen, dass der Tisch an welchem sie die Krüge platzierte, gefüllt war von angetrunkenen Hafenarbeitern. Nur kurz nachdem sie wieder Platz nahm ertönte eine laute kräftige Stimme: „Heh! Was soll‘n das?“. Wie der Glatzkopf sich erheben wollte, packte ihn eine kräftige Hand auf der Schulter, welche ihn wieder auf die hölzerne Bank drückte. Hinter ihm stand eine Gestalt mit einer schwarzen Robe mit ihrem Gesicht in eine Kapuze gehüllt. Eine goldene Münze flog dem Hafenarbeiter zu. „Der Nächste geht auf mich“, sprach die Gestalt mit ruhiger doch sehr bestimmter Stimme. Der Fremde stellte sich der Gruppe vor als Maudril. Als Begrüßung forderte Balrun den Fremden zu einer Runde Goblinkopf heraus. Der Drachenblütige war äußerst geschickt mit dem Messer, dennoch nicht geschickt genug um den Unbekannten zu schlagen. Er erklärte ihnen dass er als Söldner durch die Lande zieht um das Böse zu bekämpfen, er habe von einer Gruppe gehört welche den Riesen die das Land plagen auf der Spur sind, also sei er losgezogen um dieser Gruppe zu folgen und mit ihnen gemeinsam Gerechtigkeit walten zu lassen. Norixius war sehr misstrauisch und nicht nur weil er für einen kurzen Augenblick das Gesicht des Fremden erspähen konnte und wusste dass es sich um einen gefallenen Aasimar handelte. Es waren schon genug Fraktionen auf ihren Versen, das Letzte was er brauchen konnte, war ein Messer in seinem Rücken während er seine nächtlichen Gebete vollzog. Durch einen Wahrheitszauber unter welchem Maudril schwören musste, dass er nicht zu jener Fraktion oder Gruppierung gehört welche ihnen nach dem Leben trachtet, erklärte sich der Paladin einverstanden ihn mit auf die Reise zu nehmen.

Iro und Uthal machten sich noch einen lustigen Abend mit einem gesamten Fass des hauseigenen Bieres. Die Gruppe beschloss sich mit Maudril am Frühstückstisch zu treffen, welcher sich kurz darauf auf sein Zimmer begab. Nur wenig später fanden sich die Abenteurer im Waschhaus des Kelch und Juwel wieder, um den Schweiß und Dreck der vergangenen Tage abzuwaschen, und eine ruhige Minute zu fassen, um zu kompensieren was ihnen in dieser kurzen Zeit wiederfahren war. Norixius äußerte sich trotz des gewirkten Wahrheitszaubers misstrauisch gegenüber ihrem neuen Gefährten, Rikuhu konnte nur zustimmen. Sie waren sich einig ein waches Auge auf ihrem neuen Begleiter zu wahren bis sie näheres über seine Absichten herausfinden würden. Uthal, Iro, Balrun und Norixius begaben sich auf ihr Zimmer, während Rikuhu noch vermeintlich lange das warme Wasser der Therme genoss. Als sie spät abends ihr Zimmer betrat fand sie Norixius wach, immer noch grübelnd über die vergangenen Geschehnisse.

°3. Eleasis°

Am nächsten Morgen fanden sich die Helden mit Maudril am Frühstückstisch wieder. Als sie sich gerade auf den Weg nach Immerlund machen wollten, ertönte eine Laute, einladende Stimme, „So ein Zufall, das Ich euch hier treffe“ als sie sich der Stimme zu wandten, erblickten sie einen wohl gekleideten Halbling. Es war kein anderer als Gilbert Teeblatt, welchen die Gruppe vor ach so langer Zeit vor einer Gruppe Kobolde gerettet hatten. Damals war der Halbling leider unfähig die Helden für ihre Taten zu entlohnen, doch nun hatte der Halbling Beutel gefüllt mit Gold und Edelsteinen dabei und revanchierte sich mit einem dicken Beutel Gold bei seinen Rettern. Nach einem nur kurzen Gespräch machte er sich auch schon wieder auf seinen Weg. Den Morgen verbrachte die Gruppe in den lokalen Geschäften von Mirabar um grundlegende Ausrüstung aufzufüllen. Kurz bevor die Sonne ihren höchsten Punkt erreichte, fanden sich die Helden bei den Ställen wieder, welche den Teleportationskreis der Hafner verbarg. Der Zwerg welcher Wache schob musterte die sechs Gefährten und versicherte sich das ihnen niemand gefolgt war, bevor er den Teleportationskreis öffnete, sodass die Gruppe nach Immerlund passieren konnte. Durch das Portal getreten fanden sie sich im Mondscheinturm von Immerlund wieder, vor ihnen zeigten sich ein Schreibtisch mit leeren Gläsern und Flaschen von Wein. Außerdem war der Raum übersäht mit Tressym, und es bat sich ein großes Fenster welches einen weiten Blick über Immerlund zeigte.

Rikuhu machte sich rasch auf zum Erzmagus, welcher ebenfalls im Mondscheinturm zu finden war. Sie erstattete ihm Bericht und tauschte ihre letzte Leselektüre durch eine neue aus. Zurück im Portalzimmer reihten sich die sechs vor dem Schreibtisch auf und begannen den Wein zu trinken. Einer nach dem anderen verschwand in einem Bruchteil von Sekunden, Maudril war zunächst ein wenig verunsichert von den magischen Kräften des alkoholischen Getränks, doch Balrun versicherte ihm es sei völlig ungefährlich. Das Einnehmen des Weins teleportierte sie aus dem Turm in ein großes Wirtshaus in Immerlund, dies ermöglichte den Hafnern zu verheimlichen wer und wie viele den Mondscheinturm betraten oder verliesen. Der halborkische Gastwirt Danivar, welcher die Gruppe empfing, bat sie nach Silbrigmond zu reisen und das Verschwinden von Anwohnern und Durchreisenden zu untersuchen.