Dungeons and Dragons & Das Schwarze Auge in Ulm
 
[01.12.20] Session 4 – Neue Helden & Nächtliche Orküberfälle

[01.12.20] Session 4 – Neue Helden & Nächtliche Orküberfälle

°22. Tarsahk°

Der unbekannte Paladin

Das Lagerfeuer prasselte und die Funken stiegen in den wolkenlosen Nachthimmel empor. Das Beben im Tempel hatte sich gelegt und die Gruppe ruhte sich zusammen mit Dazlyn und Norbus vor dem Eingang aus. Die Nacht war weit voran geschritten.

Carneiros bemerkte eine Gestalt durch die Ruinen näher kommen und rief nach ihr in der Dunkelheit. Ein bronzener Drachenblütiger in strahlender Plattenrüstung trat in den Lichtkegel des Feuers und offenbarte eine unsichere Mimik. Alle waren überrascht über sein Auftreten zur späten Stunde, aber die Situation klärte sich, als er sich vorstellte: Schildbeißer Norixius, er war Sildars Verstärkung für die Gruppe.

Norixius erklärte sein unerwartetes Erscheinen mit ruhiger Stimme und befragte die Helden und die beiden Zwerge zu den Geschehnissen im Tempel. Schildbeißer schien ihnen sympathisch, nur bei Balrun war der Funke noch nicht übergesprungen. Der Paladin erzählte von sich selbst und was ihn hier her getrieben hatte, worauf er sich der Gemeinschaft anschloss. Mit den Zwergen konnte er sich besonders gut unterhalten, denn die anderen waren gerade dabei die magischen Artefakte zu untersuchen, unter denen sich hervorragende Handwerkskunst der Zwerge befand. Norixius war ausgebildeter Juwelier.

Die Gemeinschaft unterhielt sich noch eine Weile, bis es Zeit war sich zur Ruhe zu legen. Sie beschlossen am nächsten Morgen dem mysteriösen Beben des Tempels noch einmal auf die Spur zu gehen.

Schatten in der Nacht

Norixius übernahm die erste Nachtwache, und es dauerte nicht lange, als seine Aufmerksamkeit geweckt wurde. Große, bullige Schatten schlichen zwischen den Ruinen hindurch, bis sich die ersten Fackellichter offenbarten. Er ging vorsichtig näher heran, um zu lauschen und mehr zu erkennen. Das Fackellicht in der Ferne trug zischendes Geflüster von Orks zu ihm heran. Rasch machte er auf der Stelle kehrt und weckte die anderen.

Carneiros huschte zur großen Steinmauer in Deckung und spannte den Bogen. Er wollte die Orks im Schutz der Dunkelheit erwischen und den Moment der Überraschung nutzen. Er zielte mit der Pfeilspitze auf den vordersten, als Balrun im selben Moment versuchte, rasch die Glut des Lagerfeuers auszutreten. Die Funken huschten zischend in die Luft und erhellten für einen Augenblick die Umrisse von Carneiros. Genug für die Orks, um im letzten Moment in Deckung zu gehen, sodass der Pfeil an der Steinmauer zerbrach. Sie hatten sie gehört.

Die Ereignisse überschlugen sich, als die Angreifer mit Gebrüll auf sie losstürmten. Norixius lenkte die Aufmerksamkeit auf sich und bat seinen Gefährten Schutz, in dem er den Großteil der Orks in den Nahkampf verwickelte. Balrun suchte sich eine geeignete Stelle um ins Geschehen hinein zu brechen, während Iro den Höhenvorteil nutzte und sich mit seinem Bogen auf einem Schutthaufen positionierte. Rikuhu wirkte einen Heilungsgeist zur Unterstützung und stieß später in der Form eines Braunbären zum Kampfgeschehen hinzu. Uthal nutzte seine Überlegenheit im Nahkampf und schwang seine Zweihandaxt in den ungedeckten Rücken der Orks.

Es war ein bitterer Kampf und die Helden kamen nur mit schweren Verletzungen davon. Schließlich lagen die Orks leblos im Staub der Ruinen und die Überlebenden konnten aufatmen. Es musste einen Grund für das ungeplante Auftauchen der Orks geben, den sie noch nicht ergründet hatten.

°23. Tarsahk°

Das Heiligtum des Tempels

Am nächsten Morgen erkundeten sie dein eingestürzten Korridor im östlichsten Teil des Tempels. Tatsächlich legten sie nach knapp einer Stunde Arbeit eine geheime Kammer frei, als die Hoffnung etwas zu finden fast schon verloren war. Eine Zwergenstatue mit Hörnern blickte gierig auf eine orangene Perle in ihren Handflächen. Der Edelstein war an einer Silberkette um den Hals der Statue befestigt. Der geschulte Blick von Norixius verriet magische Flammen im inneren des Edelsteins. Carneiros erbarmte sich und kletterte die Statue empor. Alle wussten, dass mit dem magischen Artefakt vorsichtig umgegangen werden musste, wer weiß was in ihm steckte. Iro schaffte es mit Fingerspitzengefühl die Halskette zu lösen und die Perle in seinen Besitz zu bringen. Rikuhus Wissen über arkane Zauberformeln half ihr dabei, die Perle als letzten übrig geblieben Stein an der Silberkette zu identifizieren: In ihm schlummerte ein Zauber der Feuerbälle.

Langersehnte Rückkehr

Die Gruppe erreichte Phandalin noch bevor die Sonne am höchsten stand. Sildar Hallwinter begrüßte ihre Rückkehr mit warmen Worten und war froh, dass die Mission geglückt war. Die beiden Zwerge waren schon im Gasthaus eingetroffen.

Nach der ausgehändigten Belohnung, sprach Lord Hallwinter seine von Sorgen getrübten Gedanken an. Um das Dorf stand es seit dem Drachenangriff sehr schlecht, und dem Rat in Phandalin fehlten das Geld und die Mittel, um die andauernden Wiederaufbauarbeiten am Laufen zu halten. Außerdem mussten die Arbeiter und Soldaten gezahlt werden.

Sildar drückte sich davor seine wagen Pläne den Helden beizubringen, denn er hatte nichts Handfestes. Toblen Steinhügel, der Wirt des Gasthauses berichtete ihm von dem Turm der Stürme, einem Leuchtturm an der Küste. Unzählige Schiffe zerschellten laut den Geschichten an den scharfen Klippen und beherbergen bis heute ungeborgene Schätze. Bis jetzt war das die einzige Hoffnung, an die sich Lord Hallwinter klammern konnte. Die Helden waren dafür die besten Kandidaten, denn keiner der Stadtwachen konnte entbehrt werden, falls der Drache wieder auftauchen würde. So schlug die Gemeinschaft ein.