Session 7 – Wunden der Vergangenheit

Nachdem Alice Ylva zum Frühstück versehentlich mit Tee vergiftet hatte, dauerte es eine Weile, bis die Hupperdudes endlich in Richtung von Ylva’s Dorf aufbrechen konnten. Sie ließen ihre Kutsche zurück, da sie für das Gelände im tieferen Wald ungeeignet war, und verabschiedeten sich von Eirik, der ihnen viel Glück wünschte.

Das trübe und verregnete Wetter spiegelte die Stimmung der Gruppe wieder, die von Ylva durch den Wald geführt wurde. Insbesondere sie war schwer von der welken und sterbenden Natur belastet, die sie durchquerten. Erst nach zwei Stunden fanden sie überhaupt ein erstes Anzeichen von Leben: Eine Wildkatze, die in dornigen Ranken gefangen war. Chook machte sich sofort daran, sie zu befreien.

Währenddessen konnte Ylva durch ihre tiefe Verbindung zu den Pflanzen die Ursache des Waldsterbens erkannte: Das Herz des Weltenbaums, der Quell des Waldes, war gestohlen worden. Es zurückzubringen war die einzige Hoffnung, die dem Wald noch blieb.

Die Dornenranken gaben die Katze jedoch nicht freiwillig her, und als Chook diese aus den Ranken herausschnitt, gingen sie sofort zum Angriff über. Belebte Bäume und knorrige Äste peitschten aus allen Richtungen auf die Hupperdudes nieder. Ylva führte zwei Kämpfe gleichzeitig: Gegen die Bäume, und gegen ihr Gewissen. Mit Tränen in den Augen und einem schmerzerfüllten Schrei erschlug sie den letzten Gegner schließlich mit einem gewaltigen Hieb ihrer Axt.

Vorsichtig weiter ins tiefere des Waldes vordringend, stießen sie schließlich auf Ylva’s Dorf – zumindest, das was davon noch übrig war. Die eingestürzten Reebdächer und verkohlten Holzbauten zeugten vom Überfall, der das Leben fast aller Anwohner gefordert hatte. Deren verstümmelten Leichen dienten nun knorrigen Pflanzen als Nahrung, was ein schauderhaftes Bild abgab.

Chook bemerkte als Erster, dass die Hupperdudes nicht alleine waren. Spinnenartige Wesen hatten sich in den Bäumen ringsherum um das Dorf eingenistet, und beobachteten jeden Schritt der Gruppe genauestens.

Ylva führte sie vorsichtig in die Mitte des Dorfes, und damit auch des gesamten Waldes. Ein gigantischer Baum stand dort, dem Tod gezeichnet, aber immernoch kämpfend. In seinem Wurzelwerk entdeckte Alice eine Ausbuchtung, deren Wände und Kanten so glatt waren, dass die Form des von dort entwendeten Herzen des Waldes noch klar rückzuschließen war: Ein perfekter Zwölfseitiger Würfel von der Größe einer Melone.

Als Ylva dies sah, sackte sie ohnmächtig zusammen, überwältigt von einer neuen Vision. Dunkelelfen, die ihre Ketten von Lolth ablegten und zum Tageslicht aufstiegen, wo sie frei sein würden, angeführt von der edlen Kryn Dynasty. Sie sah auch Räuber, die wahllos tötend das Dorf überfielen und das Wurzelwerk des Weltenbaums aufsprengten, von wo sie das Herz des Waldes raubten.

Während Mouq und Chook Ylva aufhielfen, begann Alice, arkane Runen zu zeichnen, um weitere Erkenntnisse über das fehlende Objekt zu gewinnen. Doch fast sofort gab es einen lauten Knall, als eine gewaltige magische Entladung sie quer über den Dorfplatz und gegen eine Wand schleuderte, wo sie zusammensackte. In diesem Moment seilten sich blitzschnell die Spinnen herab, die von Ettercaps geführt wurden, und griffen die überraschte Gruppe an.

Die drei Ettercaps warfen klebrige Netze, die den Spinnen erlaubten, die Beute zielsicher zu beißen und stechen. Der Vorteil lag bei den Gegnern bis es Mouq gelang, drei der riesigen Spinnen auf einmal in einen tiefen Schlaf zu zaubern, während er von Chook verteidigt wurde. Dies hielt Ylva und Alice den Rücken frei, und zusammen konnten die Hupperdudes nun systematisch einen Gegner nach dem anderen beseitigen.

Als der letzte Ettercap in sich zusammensackte, war Alice zwar in einem milchig-weißen Spinnenkokon gefangen, war jedoch immer noch am Leben – was noch wenige Augenblicke zuvor noch keineswegs gesichert gewesen war.

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