Dungeons and Dragons & Das Schwarze Auge in Ulm
 
Alir

Alir

Alirs Geschichte

Wir, mein jüngerer Bruder und ich, kannten unsere Eltern nicht… Wir wuchsen in einem Waisenhaus auf, in dem man uns kaum das Nötigste gab. Also büchste ich aus und stahl Essen. Nicht für mich, sondern für mein Bruder! Als ich erwischt wurde, warf uns die Leiterin raus. Meine Lehre daraus war: Lass dich nicht wieder erwischen!

Wir blieben in Neverwinter und ich stahl alles, was wir brauchten. Mein Bruder sollte nicht den gleichen Pfad nehmen, weshalb ich ihm meine Taten größtenteils verschwieg. Ich brachte ihn stattdessen heimlich zu Schulen, Unterrichtsstunden von reicheren Kindern und habe Bücher „ausgeliehen“. Wir lernten gemeinsam und ich brachte ihm so viel wie möglich bei.

Bei einem unseren Exkursen zu privaten Unterrichtsstunden von reichen Bälgern hielt ich Wache und überhörte dabei den Plan des Vaters, ein Halbelf, seinen Geschäftspartner zu vergiften. Ich brachte mein Bruder zu unserer Unterkunft (der Dachboden eines alten, verlassenen Hauses) und suchte diesen Geschäftspartner, einen Tabaxi, auf, um ihm davon zu berichten. Er war skeptisch, lud mich für den Abend zu dem Treffpunkt, einer Kneipe, zu kommen.

Ich beobachtete das Treffen aus den Schatten und beobachtete, wie der Tabaxi die Kelche unauffällig tauschte. Als sie anstießen, Trank der Halbelf mit einem fiesen Grinsen, welches jedoch nach ein paar Augenblicken in erschrockene Realisierung überging. Er versuchte einen ruhigen Eindruck aufrecht zu erhalten, jedoch sah man die Todesangst in seinen Augen. Die meisten achteten allerdings auf die beiden Gestalten. Der Tabaxi beugte sich zu dem Halbelf, flüsterte ihm etwas zu und erhob sich und verließ die Taverne. Ich schlich ebenfalls nach draußen und wollte ihn, weiterhin versteckt, zu beobachten. Er hielt direkt neben meinem Versteck und sprach, ohne mich anzusehen: „Deine Information hat mein Leben gerettet. Lass mich dir daher einen Tipp geben: Das Informationsgeschäft ist mehr wert als jeder Edelstein, Geldbeutel oder Gegenstand, den du stehlen kannst.“

Mit diesen Worten warf er einen kleinen Geldbeutel neben mein Versteck und lief davon. In dem Beutel waren 10GM, was mehr Gold war, als ich in meinem gesamten Leben sah.

Seit diesem Tag spionierte ich Geschäftsleute, Händler, Stadträte und Adlige aus. Jede Information notierte ich und bald hatte ich ein gutes Geschäft mit kleinen und größeren Geheimnissen. Der Tabaxi, sein Name war Schlangenrock, oder kurz Schlange, half mir die Informationen zu verteilen oder kaufte sie selbst. Er war es auch, der mir den Umgang mit Schwertern und Dolchen beibrachte. Schließlich bestand jederzeit die Gefahr, dass ich erwischt werde oder dass Männer lediglich ein wehrloses Mädchen sehen würden. Manch einer bereute genau diese Einschätzung.

In den kommenden Jahren lebten wir von den Einkünften, die ich durch meine Informationen bekam.

Eines Tages, als ich in unsere Unterkunft zurückkam, fand ich sie verwüstet vor. Irgendjemand hatte unser Versteck gefunden und offensichtlich meinen Bruder verschleppt. Über zwei Tage und Nächte nutzte ich alle Kontakte, die ich kannte. Schließlich führte die Spur zu dem Halbelf, von dem ich vermutet hatte, er sei vor Jahren an dem Gift verstorben.

Durch seinen versuchten Anschlag hatte er nicht nur mit den Folgen des Gifts zu kämpfen, sondern hatte seine gesamten Geschäftskollegen verloren, als sich der Anschlagsversuch herumgesprochen hatte.

Als ich ihn konfrontierte, stellte er sich mir entgegen und wollte mich töten. Nach der langen Suche nach ihm war ich müde. Als er jedoch erwähnte, er habe meinen Bruder verkauft und ich werde ihn nie wieder sehen, überkam mich die Wut. Nach einem kurzen Geplänkel überwältigte ich ihn, stand vor ihm und hielt zwei Dolche an seine Kehle.

„Wo ist mein Bruder!“

„Weg! Ich habe ihn verkauft. Leider brachte dieser Schwächling kaum einen Gewinn.“

Ich drückte die Klingen fester an seinen Hals, bis Blut zu sehen war

„An wen? Du machst es einfacher, wenn du es direkt sagst.“

„Wir sind doch beide Geschäftsleute. Ich verrate dir, an wen ich ihn verkauft habe und lässt mich leben.“ – Ich überlegte kurz

„Einverstanden.“ „Er ist im Süden. Ich habe ihn an einen Drachenkult verkauft.“ „Das reicht mir schon“

Mit diesen Worten durchtrennte ich seinen Hals mit beiden Dolchen.

Ich ließ Schlange wissen, dass ich die Stadt verlasse und verschwand noch am selben Tag nach Süden auf der Hohen Straße.

Bildquelle: https://www.deviantart.com/elistraie/art/Duelist-armor-concept-741254402 “Duelist armor concept” by Elistraie

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