Die vom Fluch des Waldes schwer angeschlagenen Hupperdudes sahen aus dem Dickicht des Waldes endlich die Hütte, die sie gesucht hatten, in einer Lichtung. Sie war von einer Kuppel von glitzernder Magie umgeben, die Alice als druidischen Schutztauber identifizierte. Sie erfüllte die gesamte Lichtung mit Mondlicht und hielt die greifenden Wurzeln des verdorbenen Waldes zurück.
Wachen waren auf Patrouille, die mit finsterer Mine in den Wald blickten. Es schien, als ob die Hupperdudes erwartet waren. Sie schlichten sich dennoch heimlich durch das Dickicht zu einer vorteilhaften Position und starteten den Überraschungsangriff. Jedoch bohrten sich Ylva’s Speere links und rechts neben der einsamen Wache in die Holzwand, womit alle Heimlichkeit hinfällig war.
Alice war die erste, die die Schutzkuppel durchquerte, worauf sie von zwei aus dem Nichts erschienen Schattenwölfen attackiert und zerfleischt wurde. Sie sackte zu Boden, bevor der Kampf erst richtig begonnen hatte. Die Hupperdudes stürmten entschlossen in die Lichtung; Ylva begann ihre blutige Arbeit, Chook verteilte Blei, und Mouq half Alice wieder auf die Beine.
Ein Drachenblütiger stürmte heran, der tatsächlich schrie, dass die Moonstalkers auf diesen Angriff vorbereitet gewesen waren, und begann mit seinem Großschwert auf Ylva einzuhacken. Der Kampf war schnell vorüber; Ylva’s Blutrausch, Mouq’s beschworene Nymphe, Chook’s sicheres Schießen selbst im dicksten Scharmützel, Alice’s Backup von der Veranda des Hauses, auf das sie gesprungen war, machten den Moonstalkers schnell den Garaus.
Der Drachenblütige schrie nach einer Person namens Oda, die aus dem Haus trat und dort direkt von einer Salve aus Mouq’s Pistole empfangen wurde, die ihn direkt wieder zurück ins Haus beförderte. Der Sieg schien bereits zum Greifen nah, als der letzte Pfeil eines Bogenschützen Alice direkt in die Brust traf und sie zusammenbrach. Mouq sprang zu ihr hoch um zu helfen, fand sich plötzlich aber in einem Lichtkegel aus brennendem Mondlicht wieder, den der tobende Druide Oda auf die beiden herabbeschwor.
Chook erledigte den Druiden mit einem finalen Schuss, und der Kampf war beendet. Ylva hechtete sofort zur Veranda hoch und flöste Alice mit zitternden Händen einen Heiltrank ein. Hilflos starten Mouq und Ylva auf die stille Alice hinunter; wartend, betend, hoffend.
Sekunden vergingen, bis der Moment der Wirkung des Trankes kam. Alice regte sich, doch es war nur ihr Mund.
“Rette deinen Bruder für mich…,” waren ihre letzten Worte, bevor ihr Geist in sich kollabierte und ihre Atmung aussetzte. Wie mit einem Paukenschlag realisierten die beiden, dass Alice tot war. Die Erkenntnis durchfuhr sie wie kaltes Wasser, der allen Jubel über ihren Sieg erstickte. Alice’s Tressym Nira saß auf ihrer leblosen Brust und maunzte traurig.
Als Chook von dem Tod ihrer Begleiterin erfuhren hatte, zogen sich die Brüder kurz zurück, um Ylva Raum für ihren Abschied ihrer Geliebten zu geben. Ihr Wehklagen hallte in der gesamten Lichtung.
Es dauerte eine Weile, bis sich die nun nur noch drei Hupperdudes zusammenfanden. Ylva hatte sich so gut es ging gefasst, richtete sich auf, und gab vor, die Suche nach ihrem Bruder nun bis zum Ende durchzuziehen. Sie legte Alice’s Körper auf den Tisch im Hauptraum des Hauses, packte ihre Waffe fest, und führte die Gnome mit einer kalten Intensität tiefer in das Haus.
In einem Raum fanden sie einen Spiegel, der aber nicht spiegelte, sondern schwarzen Nebel zeigte. Er war offenkundig magisch, und schmerzlich wurde ihnen sofort klar, wie Alice’s Magiekunde der Gruppe nun fehlte wie ein amputierter Arm. Niemand konnte sich einen Reim auf den Spiegel machen, doch es war Nira, die etwas in dem Spiegel zu erkennen schien.
Mouq kniete sich neben die Tressym, streichelte sie, und übernahm die Sicht des Tieres, das unsichtbares Sehen konnte. Sofort konnte er aus der Perspektive von Nira im Spiegel Gestalten in einem Kellerraum sehen, die um einen Tisch herum standen. Auf dem Tisch lag ein bewusstloser Firbolg – Ylva’s Bruder. Um ihn herum standen ein Magier mit Kapuze, ein zweiter Firbolg – Kaelen, der Verräter von Ylva’s Dorf – sowie ein Goliath, der das Herz des Baumes festhielt und über Thrandar bewegte.
Die Beschaffenheit der Steine in dem Kellerraum legte nahe, dass dieser Ort unmittelbar nah war. Und tatsächlich fand Chook unter einem der Tierfelle eine Falltür, die eine Treppe in die Tiefe freilegte. Entschlossen stiegen die Drei hinab und fanden sich in einem Alchemielabor wieder. Dies wäre ebenfalls Alice’s Expertise gewesen, doch die herumliegenden Notizen, die bunten Fläschchen sowie der tobende Werwolf in einem Eisenkäfig waren genug Indiz, dass hier an dem Fluch der Lycantrophie selbst geforscht wurde – vielleicht zur Heilung, vielleicht zur Nutzung.
Der Werwolf war mit Futter zumindest kurzzeitig ruhigzustellen; jedoch befreiten die Hupperdudes ihn nicht, da er ein immenses Risiko darstellte. Seine Augen lagen auf Chook, der erkannte, dass die knorrigen Wurzeln, die ebendie Tür blockierten, die Mouq im Spiegel gesehen hatte, nicht natürlich waren. Ihre Verderbtheit war der positiven Energie seines Heilzaubers nicht gewachsen, und sie zerbrachen und vergingen.
Die Hupperdudes packten ihre Waffen fest und Ylva trat die Tür auf.
Die Szene war, wie sie Mouq beschrieben hatte – beinahe. Auf dem Magiekreis schimmerte ein offenes Portal, durch das ein Dunkelelf mit weißem Haar den Raum betrat. Sein Fokus lag sofort auf dem Luxon Beacon, dass gerade dabei war, die leuchtende Seele von Thrandar aus seiner Brust zu ziehen.
“Was habt ihr getan? Ihr solltet ihn nur beschaffen, nicht damit experimentieren!”, schrie er zornig.
Bevor jemand reagieren konnte, machte er eine Handgeste, die die Seele von Thrandar losriss und sie direkt in den Beacon hineinschob. Aus dem Artefakt, dass der Goliath nur mit Mühe unter Kontrolle gehalten hatte, brach daraufhin eine gewaltige Energiewoge hervor, die alle im Raum zu Boden warf. Zitternd mit Energie, entluden sich Seelen aus dem Beacon und manifestierten sich als Geister im Raum.

