Da Mouq die Leichen der Jez Araz so lange befragen konnte, wie die Hupperdudes Fragen hatten, konnten sie einige nützliche Informationen erhalten: Erstens war es Gruumsh selbst, der die Jez Araz in die Richtung des Speeres – und damit der Hupperdudes – geleitet hatte. Zweitens waren die Rime Plains zwar gefährlich, der Weg am Fuße des Gebirges entlang jedoch noch gefährlicher. Und drittens lag Boroftkrah in einem Tal, das von einem Tannenwald geschützt war.
Während der Nachtwache spürte Ylva ein unwiderstehlichen Ziehen aus von Mouq’s Beutel. Jedoch war es nicht Ruin’s Wake, der sie erneut anzog, sondern der Luxon Beacon, der wie in Resonanz zu ihrer Seele leuchtete und auf sie wartete. Sie zog den Beacon aus Mouq’s Beutel, setzte sich ans Lagerfeuer und untersuchte in eingehender. Ihre Sicht verschwamm, und eine Vision von Heimweh, Ghor Dranas, und endlosen Möglichkeiten überkam sie. ‘Ylvana Thelys’, schien eine körperlose Stimme zu rufen, ‘komm zurück!’ Sie erwachte neben dem Lagerfeuer, aufgewühlt und verwirrt, bevor sie den Beacon zurücklegte.
Am Morgen sahen die Hupperdudes eine graue Perle, die hinter Ylva hinterherflog, und sie erzählte im Groben, was passiert war. Der Beacon war in der Lage, einer Person die Fähigkeit zu geben, einmal am Tag über ihr eigenes Schicksal zu entscheiden! Auch telefonierte sie mit Essek Thelys, der schockiert war, den Namen Ylvana Thelys zu hören. Er bat die Gruppe inständig, sich nach Uthodurn zu beeilen, wo er auf sie wartete. Zu viele Fragen hatten sich angesammelt, zu viele Dinge waren zu besprechen, als dass ein Sending Stone dafür ausreichte.
Die Hupperdudes einigten sich auf den Weg durch die Plains, da Zeit nach wie vor ein drängender Faktor war. Der Leichnam von Alice würde nicht ewig konserviert bleiben, und der Sturm des Talos, mit dem die Feierlichkeiten in Boroftkrah beginnen würden, jederzeit hereinbrechen konnte. Chook führte die Gruppe durch die eisigen Plains gen Osten; die klirrende Kälte und der gnadenlose Wind forderten ihren Tribut; bis auf die Knochen durchgefroren marschierten sie über Tage hinweg durch die Rime Plains, so gut wie blind im Schneegestöber und im Nebel, nur auf die Nase von Lausfilz und den Instinkt von Chook vertrauend.
Nach 5 Tagen Reise roch Lausfilz Wölfe; das erste Lebenszeichen von außerhalb der Hupperdudes. Und tatsächlich formten sich wenig später dunkle Punkte in ihrer Sicht zu 4 Wölfen, die sich von der Leine eines jungen Orks losgerissen hatten und geradewegs auf die Gruppe zuhielten. Der Ork panisch hintendrein, den Hupperdudes zuwinkend und verzweifelnd zurufend, dass sie die Wölfe nicht verletzen sollten.
Ylva hielt einen der Wölfe kurzerhand fest, Chook konnte den nächsten mit beruhigenden Worten stoppen, Mouq trank eine Potion of Animal Friendship, und Caelith erkannte, dass die Schnauzen der Wölfe zerkratzt waren; sie waren mit einem Gift bedeckt, dass stark genug juckte, dass die Wölfe sich selber in Raserei kratzten. Da Chook und Caelith mit den Tieren reden konnten, konnten sie ihnen Hilfe versprechen und sie so wieder unter Kontrolle bringen.
Der junge Ork stellte sich als Garma vom Stamm der Odokar vor, bedankte sich vielmals und willigte ein, für den Eintritt der Hupperdudes nach Boroftkrah zu bürgen. Er konnte sich nicht erklären, wer den Wölfen dies angetan hatte und gab auf Nachfrage der Hupperdudes an, dass der einzige Gast in Boroftkrah ein Zwerg names Mordrid aus Uthodurn war.
Zusammen marschierten sie durch den Tannenwald, bis sich vor ihnen der Wald lichtete und Boroftkrah sichtbar wurde. Über 3000 Orks lebten hier in friedlicher, genügsamer Gemeinschaft. Sie lebten hauptsächlich von der Jagd und vom nahe gelegenen Meer, und obwohl die Rime Plains eine extrem unwirtliche Umgebung waren, hatten die Orks es hier geschafft, mit der Kälte zu leben.
Garma führte sie in die Mitte des Dorfes, vorbei an simplen Häusern oder Zelten, die in vielen einzelnen Ringe angeordnet waren, in deren Mitten große Feuerstellen brannten. Ein riesiger Findling stand auf dem zentralen Dorfplatz, an ihm ein Schild mit den Symbolen des Talos, den die Orks hier verehrten. Die vier Anführer der Orks, die sogenannten Runengezeichneten, saßen dort unter einem eigens dafür errichteten Vorzelt und sprachen gerade zu einem muskulösen, vor ihnen kniedenden Orkkrieger namens Tuvog.

