Umringt von einer entsetzten Zuschauermenge stand Tuvog inmitten von Leichen auf dem zentralen Dorfplatz. Sein linkes Auge war geschlossen, und er hielt den abgetretten Kopf von Kalan dem Jäger empor.
“Die Orks sind schwach geworden!” rief er, warf den Kopf weg, und drehte sich zu Morgran am Tisch der Runengezeichneten um. Die Hupperdudes zögerten nicht länger, jedoch stellte sich heraus, dass Tuvog nicht allein war. In der dichten Menschenmenge fand ein Messer seinen Weg zwischen Mouq’s Rippen, und auch Chook konnte nur mit Glück einem ähnlichen Schicksal entgehen.
Ylva stürmte direkt zu Tuvog und es entbrannte ein brutaler Kampf. Sie traf derart hart und gnadenlos, dass Tuvog schon bald zu Boden gehen schien – bevor er finstere Worte sprach, und sich vollends seiner finsteren Seite hingab.
Der Himmel färbte sich rot, der Körper von Tuvog platzte auf und verteilte seine Überreste auf dem Dorfplatz. An seiner Stelle erhob sich ein riesiger Dämon, der mit seiner gesamten Wut um sich schlug. Sein linkes Augenlid hatte sich geöffnet, aber statt eines Auges glühte ein blutroter Rubin aus dem Sockel.
Chook war schnell damit beschäftigt, seine Freunde überhaupt am Leben zu halten. Die Verräter um Tuvog waren ebenfalls im Kampf, und er und Lausfilz mussten sich von allen Seiten wehren, während vor allem Ylva verheerende Hiebe vom Dämon einstecken musste.
Caelith hatte sich das Gewitter zueigen gemacht, und riss einen Blitzschlag nach dem anderen aus den Wolken auf ihre Feinde hinunter. Tosender Donner knallte durch die Lichtung, und verkohlte Leichen blieben zurück. Sie kämpfte als Satyr, dann als Biest, und stellte sicher dass Morgran sich in sichere Entfernung bringen konnte.
Mouq saß auf dem Monolithen, benommen, verwundet und kampfunfähig. An seiner Stelle flitzte Greenmane über das Schlachtfeld, stiftete Chaos und schoss wie wild aus einer Pistole, die so groß war wie sie selbst.
Auch wenn er die Adamantrüstung von Chook zerstörte, Ylva zu Boden streckte und Caelith ebenso schwer zugerichtete, war der Dämon dem Teamgeist der Hupperdudes am Ende nicht gewachsen. Er brach zusammen und verging in einer gewaltigen Stichflamme, die nichts zurückließ als Asche und Trauer.
Morgran erklärte die Hupperdudes zu Helden und Freunden von Boroftkrah. Sie seien die Champions der Donnerspiele, und würden ihr Anliegen vor Talos bringen dürfen. Ungarak bereitete das große Ritual vor, während die Hupperdudes den Leichnam von Alice in der Mitte des Dorfplatzes unter einem weißen Tuch aufbahrten.
Ungarak positionierte sie im Dreieck um Alice herum, zeichnete ihnen Runen aufs Gesicht und gab ihnen zuletzt eine kleine Phiole zu trinken, die ihren Geist aus ihrem Körper hinaus in eine Welt der Visionen zog. Die Präsenz von Talos war allgegenwärtig, und seine Aufmerksamkeit galt für einen kleinen Moment ihnen.
“Wenn der Sturm dich niederrafft, warum stehst du wieder auf?”
Ylva blickte auf Tod und Verfall, und blieb stark.
“Um zu wahren, was mir noch bleibt.”
Und die Worte wurden akzeptiert.
“Bist du der Jäger weil du tötest, oder weil du beschützt?”
Chook sah zu einem tödlich verwundeten Lausfilz hinunter, und wagte zu hoffen.
“Für ihn, ein Beschützer.”
Und die Worte wurden akzeptiert.
“Wem gehört dein Wille, du, der du eine Kette trägst?”
Mouq blickte Vysora direkt in die Augen.
“Mein Wille gehört nur mit selbst.”
Und die Worte wurden akzeptiert.
“Warum erwartest du von deinem Leben?”
Alice spürte Hoffnung und sah einen Grund, weiterzumachen.
“Meine Freunde wieder zu sehen.”
Und Talos nickte.
In einem verschneiten Dorf am Ende der Welt, fern von ihrer Heimat und nur gewärmt von drei Flammen von Freundschaft und Liebe um sich herum, erwachte Alice unter einem weißen Tuch und spürte Schneeflocken in ihrem Gesicht.

