Session 27 – Sixfold Forge

Die Hupperdudes setzten ihre Reise nach Norden fort. Alice untersuchte in den langen Abendstunden den Luxon Beacon und fand schließlich heraus, dass dieser in der Tat Seelen von Sterbenden aufnehmen konnte. Dies bedurfte aber einer speziellen Vorbereitung, weswegen der Beacon nicht alle Seelen um ihn herum aufnahm. Der Rest der Gruppe erzählte Alice von dem Ritualkreis, in dem der Sterbende Thrandar gelegen hatte – dieser hatte ausgereicht, dass Essek Thrandar’s Seele in den Beacon befördern konnte, bevor es im Keller der Moonstalkers zum Kampf gekommen war. Allerdings hatten Ylva, Chook und Mouq in diesem Moment weder die Möglichkeit noch das Interesse gehabt, den Ritualkreis genauer zu studieren, und konnten Alice deswegen keine zufriedenstellende Antworte geben.

Die Mahnung von Essek, dass die Cerberus Assembly einen Luxon Beacon aus Xhorhas gestohlen hatte, brachte Alice dazu, dem Rest der Gruppe von den sogenannten Vollstrukern zu erzählen. Sie waren eine streng geheime Elitetruppe der Cerberus Assembly, die direkt Trent Ikithon unterstanden und die Fähigkeiten dazu gehabt hätten, einen derartigen Diebstahl durchzuführen. Und sie erzählte auch, dass sie selbst auf bestem Weg dazu gewesen war, selbst eine Vollstrukerin zu werden. Die Suche nach dem Grimoire Infinitus war ihre Aufnahmeprüfung, gestellt von Ikithon selbst. Dies war auch der Grund gewesen, wieso zwei Vollstruker die Kutsche der Hupperdudes in Shadycreek Run angreifen wollten – allein dafür, die Konkurrenz auszuschalten und sich vor Ikithon hervorzuheben.

Während des Gesprächs und der Diskussion darüber, was die Hupperdudes mit dem Beacon tun sollten, klang erneut die Stimme von Essek aus dem Sending Stone. Die Kryn Dynasty hatte die Mardoons in Shadycreek Run damit beauftragt, den Beacon zu beschaffen. Diese wiederum hatten die Moonstalkers engagiert. Die Hupperdudes hatten dies vereitelt, doch waren die Agenten der Kryn den Dingen nachgegangen und hatten die Verbindung zu einem ‘grünhaarigen Gnom’ hergestellt, der sich in der Landlocked Lady nach Thrandar erkundigt hatte. Somit war Mouq nun selbst gesucht, und zwar von der gesamten Dynasty; eine weitere leuchtende Zielscheibe erschien auf dem Rücken der Gruppe.

Essek van Thelyss war der Einzige, der mit Sicherheit wusste, wer der grünhaarige Gnom war und wo dieser sich befand. Jedoch war Mouq noch auf freiem Fuß, was bedeutete, dass Essek diese Information aus irgendeinem Grund noch nicht weitergeleitet hatte. Wie es schien, spielte auch Essek ein mehrschichtiges Spiel. Die Hupperdudes – außer Alice – ergriffen daraufhin die einzig mögliche Reaktion, die ihnen noch blieb: Sich zu besaufen. Ylva stieß verspätet dazu; die Problematik über den final Verbleib des Luxon Beacon hatte die Gemüter erhitzt, was zu einer innigen und äußerst privaten Aussöhnung mit Alice führte.

Nach 9 Tagen Reise erreichten sie endlich Uraliss. Der Vorposten von Uthodurn war tatsächlich verlassen; nur die langsam versagenden Runensteine der Zwerge, die das Dorf hätten erwärmen sollen, zeigten irgendeine Aktivität. Geschmolzenes Metall und Fußabdrücke deuteten darauf hin, dass jemand mit enormer Feuerkraft Uraliss betreten hatte; Alice’s Bücher konnten zumindest Feuerelementare ausschließen. Vorsichtig drangen die Hupperdudes zum Dorfzentrum vor, in dessen Mitte ein Brunnenschacht war, von dem spürbare Hitze ausging. Mordred, der zwergische Führer der Gruppe, pflegte meist auf den warmen Steinplatten um den Brunnen herum Rast zu machen, bevor er weiterzog. Und er mahnte die Gruppe an, genau das zu tun, da die Jez Araz Uraliss regelmäßig als Standpunkt nutzten.

Der Brunnen war ohne Wasser und fast endlos tief – Mouq’s Coin of Delving ergab eine Tiefe von 836 Metern – und zu heiß, als dass Greenmane oder Nira ihn allzu lange betreten konnten oder wollten. Da der Brunnen also ausschied, stiegen die Hupperdudes zum Tempel von Moradin empor. Ylva öffnete die verkohlten Doppeltüren zu einem großen Raum, in dem die Statue von Moradin umringt von Arbeitsbänken war – eine klassiche Anordnung für den Gott des Handwerks. Jedoch war die Statue selbst von Kopf bis Bauchnabel gespalten wie ein vom Blitz getroffener Baum. Und auch ein Wandrelief von Moradin war entstellt: Schwarze Spuren durchdrangen den Fuß des Berges, ausgehend von einem Symbol einer stilisierten Pistole.

Im hinteren Teil des Raumes, genauer unter der Statue von Moradin, befand sich ein großer Lastenaufzug. Mouq hinterließ noch eine Nachricht für Mordred, bevor die Hupperdudes das Tor öffneten und sich auf die – ebenfalls verkohlte – Trittfläche stellten. Nach mehreren hunderten Metern, markiert duch große Nummern an der Wand des Aufzugsschachtes, gab der strapazierte Unterboden plötzlich nach! Chook schaffte es zu einer der Ketten zu hechten und hielt sich dort fest; Ylva, Alice und Mouq stürzten in die Tiefe. Das lange Training von Alice machte sich bezahlt, die sofort mit dem entsprechenden Federfall-Zauber reagierte. Sie war damit sogar so schnell, dass sie mit dem Zauber noch Chook erreichte.

Der Boden des Fahrstuhls krachte unter ihnen mit einem ohrenbetäubendem Lärm auf den Boden des Schachtes, kurz darauf gefolgt von den sachte landenden Hupperdudes. Vor ihnen lag ein einziger Gang, der in einer Tür endete. Die Hupperdudes gingen voran, vorbei an feuerspeienden Drachenköpfen, die in die Wände des Ganges eingraviert waren, und öffneten die Tür. Ein Schwall von brachial heißer Luft stieß ihnen entgegen, als sich ihnen hier tief unter der Erde der Blick auf eine weitere Werkstatt öffnete.

Zwischen den Werkbänken standen vier Zwergengestalten, jedoch mit Körpern aus Bronze und Haaren aus purer Flamme. Sie riefen etwas, was niemand der Gruppe verstehen konnte, und attackierten sofort. Chook’s wohlplatzierter Rankenzauber wendete das Blatt entscheidend, sodass die Hupperdudes mit kleineren Verbrennungen davonkamen. Als sie den Raum untersuchten, fanden sie Edelsteine, Edelsteinpulver, und einen Bauplan für eine Pistole. Diese war den Waffen aus Hupperdook technisch weit voraus, was den beiden Gnomen ziemlich übel aufstieß. In einer Ecke des Bauplans stand eine Notiz, die auf Zwergisch dazugekritzelt worden war: “Moradin, bewahre meine Hände vor dem Werk, das sie erschaffen.”

In den Händen eines toten Zwerges fand Ylva außerdem einen feinmechanischen Würfel aus Kupfer, in dem auch grünes Residuum eingefasst war. Noch bevor Mouq den toten Zwerg nach dem Zweck des Würfels befragen konnte, hatte Alice längst erkannt, dass das Residuum als magischer Katalysator dem ganzen Würfel höchstwahrscheinlich eine Interaktion mit Magie geben würde – und begann, diesen mit Feuerstößen zu füttern. Die Zahnräder des Würfels erwachten zum leben, surrten, und ließen den gesamten Würfel erbeben.

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